Fegime-Online

651 Milliarden Euro Umsatz im ersten Jahr der Pandemie

Wie das Statistische Bundesamt Ende September auf Basis der Handwerkszählung mitteilt, erwirtschafteten die rund 560400 Handwerksunternehmen im Jahr 2020 etwa 651 Milliarden Euro Umsatz.

Im Jahr 2020 waren in Deutschland rund 5,4 Millionen Personen im zulassungspflichtigen und zulassungsfreien Handwerk tätig. Darunter waren rund 4,1 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte und etwa 687300 geringfügig entlohnte Beschäftigte. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) auf Basis der Handwerkszählung weiter mitteilt, erwirtschafteten die rund 560400 Handwerksunternehmen etwa 651 Milliarden Euro Umsatz. Damit hatte das Handwerk einen Anteil von 9,5 Prozent am Umsatz der Gesamtwirtschaft, das waren 0,6 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr (2019: 8,9 Prozent).

Handwerksunternehmen 2020

Ausbaugewerbe erwirtschaftet 183 Milliarden Euro Umsatz

Die Handwerkszählung erfasst alle Unternehmen, die gemäß der im Jahr 2020 novellierten Handwerksordnung zum zulassungspflichtigen und zulassungsfreien Handwerk zählen. Die Handwerksunternehmen sind dabei nach ihrem ausgeübten Gewerbe in sieben Gewerbegruppen gegliedert. Bezogen auf die Zahl der Handwerksunternehmen, die tätigen Personen und den Umsatz war das Ausbaugewerbe im Jahr 2020 weiterhin die größte Gewerbegruppe und umfasste nach der novellierten Handwerksordnung nur noch zulassungspflichtige Gewerbezweige. Dazu gehören etwa Handwerksunternehmen der Bereiche Installation und Heizungsbau, Malerei und Lackiererei, Tischlerei sowie Elektrotechnik. Im Jahr 2020 erwirtschafteten die rund 226700 Unternehmen im Ausbaugewerbe mit ihren rund 1,5 Millionen tätigen Personen etwa 183 Milliarden Euro Umsatz.

Handwerke für privaten Bedarf: 47500 Euro Umsatz pro Person

Die Handwerke für den privaten Bedarf sind mit rund 400000 tätigen Personen von allen Gewerbegruppen am stärksten von kleinen Unternehmen geprägt. Dazu gehören beispielsweise Friseur-, Textilreinigungs- sowie Steinmetz- und Bestattungsunternehmen. Letztere wurden mit der Novellierung der Handwerksordnung 2020 erstmals in der Handwerkszählung berücksichtigt. Die rund 3900 Bestattungsunternehmen erwirtschafteten mit etwa 23000 Personen rund 1,8 Milliarden Euro Umsatz. Das entsprach rund 9,5 Prozent des Umsatzes der gesamten Gewerbegruppe.

Mit ihren insgesamt rund 87000 Handwerksunternehmen bildeten die Handwerke für den privaten Bedarf gemessen an der Zahl der Handwerksunternehmen die zweitgrößte Gewerbegruppe. Durchschnittlich hatte jedes dieser Unternehmen 5 tätige Personen und erzielte etwa 47500 Euro Umsatz je tätige Person. Zum Vergleich: Im Handwerk insgesamt waren im Jahr 2020 durchschnittlich 10 Personen je Unternehmen tätig und der Umsatz lag bei rund 120 500 Euro je tätige Person.

Die kleinste Gewerbegruppe im Handwerk war das Gesundheitsgewerbe. Besonders bedeutende Gewerbezweige in dieser Gruppe sind Unternehmen der Augenoptik, Zahntechnik und Orthopädietechnik. In der gesamten Gewerbegruppe waren rund 207600 Personen in etwa 19200 Handwerksunternehmen tätig und erzielten rund 17,4 Milliarden Euro Umsatz, das waren rund 83700 Euro je tätige Person.

Rund 60 Prozent der Gewerbezweige von Umsatzrückgängen betroffen

Das Jahr 2020 war stark von der Corona-Pandemie, den damit verbundenen Einschränkungen und auch Lieferschwierigkeiten betroffen. Dadurch kam es zu negativen Umsatzentwicklungen bei rund 60 Prozent der Gewerbezweige, etwa bei den Konditoreien, Friseurunternehmen, Feinwerkmechaniker, Brauern und Mälzern sowie den Kraftfahrzeugtechnikern.

Zum Vergleich: Von 2018 auf 2019 waren nur 23 Prozent der Gewerbezweige von einem Umsatzrückgang betroffen. Demgegenüber stehen durchgängig positive Umsatzentwicklungen bei den Gewerbezweigen im Bau- und Ausbaugewerbe sowie ein Rekordumsatz bei den Zweiradmechanikern von rund 4,9 Milliarden (+30,3 Prozent zum Vorjahr), der größtenteils auf den Trend hin zum Fahrradfahren in der Pandemie zurückzuführen sein dürfte. (Quelle: Statistische Bundesamt)

© Copyright 2022 – Alle Inhalte dieser Internetseite, insbesondere Fotografien und Grafiken sind urheberrechtlich geschützt. Soweit nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet, sind alle Rechte, einschließlich der Vervielfältigung, Veröffentlichung, Bearbeitung und jede Verwertung außerhalb der Grenzen des Urheberrechts dem Urheber vorbehalten und bedürfen einer ausdrücklichen Zustimmung zur Nutzung oder Verwertung.

 

 


Sie interessieren sich für diesen Artikel, dann lesen Sie weiter … 651 Milliarden Euro Umsatz im ersten Jahr der Pandemie